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Von der ersten Buchpresse bis zu heutigen Druckern hat sich einiges getan, so daß wir Ihnen die einzelnen Druckertypen einmal genauer vorstellen möchten. Wie kommen eigentlich die Zeichen auf's Papier?

 | | Star Wars im Computer? Mitnichten. Was sich zunächst nach schweren Raumgefechten anhört, entpuppt sich bei näherem Hinsehen streng genommen als eine Lüge: Gedruckt wird hier nämlich gar nicht mit dem Laser, denn dieser dient lediglich ... | | | |
... dazu, die Drucktrommel an bestimmten Stellen zu ionisieren. An diesen Stellen bleibt das feine Tonerpulver durch elektrostatische Anziehung haften, wird erhitzt und auf das Papier transferiert. Hier bleibt der Toner nach Abkühlung fest haften und kann nur durch chemische Verfahren wieder gelöst werden. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt auf der Hand: Geringste mechanische Beanspruchung und ein Höchstmaß an Auflösung, da die Breite eines Druckpunktes nicht von den Ausmaßen des einzelnen Hammers bzw. der Größe eines Thermoelementes oder gar dem Saugverhalten des verwendeten Papiers abhängt.

 | | Auch hier verwendet man das dem Nadeldruck zugrunde liegende Prinzip, jedoch mit einer echten X/Y-Zeichenmatrix anstatt nur einer Hammer-Zeile: Durch haarfeine Düsen wird eine Spezialtinte auf das Papier gesprüht, wo diese aufgrund ihrer Zusatzstoffe binnen kürzester Zeit trocknet. Wie die Tinte letztendlich auf's Papier kommt, ist unterschiedlich: | | | |
Prinzipiell bedient man sich hier zweierlei Methoden. Die eine Methode bedient sich kleiner Thermoelemente und verdampft so winzigste Mengen der Tinte, der entstehende Gasdruck bläst die Tinte aus der Düse und auf das Papier. Bei der anderen Methode werden anstatt Thermoelemente winzige Piezo-Elemente verwendet. Dies sind spezielle Materialien, die beim Anlegen einer elektrischen Spannung ihre Ausdehnung verändern (im umgekehrten Falle kann man aus diesen übrigens auch Elektronen "herausquetschen" - so funktioniert ein Piezo-Zünder) - durch diese Mikrobewegung wird die Tinte aus der Düse gequetscht.
Warum bleibt eigentlich die Tinte in der Düse und läuft nicht aus? Dies liegt an den haarfeinen Tintendüsen: Die herrschenden Kapillarkräfte sorgen dafür, daß die Tinte unter normalen Umständen nur bis in die Düse und nicht weiter läuft bzw. nach "Abfeuern" der Düse selbige wieder aufgefüllt wird. Wer schon mal einen Blutzuckertest gemacht hat, kennt diesen Effekt: Das kleine Glasröhrchen saugt den Blutstropfen ohne äußeres Zutun ein, bis es gefüllt ist. Wer schon mal mit Tintenstrahlern gearbeitet hat, weiß um deren große Schwäche: Nicht jede Tinte harmoniert mit jedem Papier. Brillante Ausdrucke erzielt meist nur der, der das vom jeweiligen Hersteller favorisierte Spezialpapier verwendet. Benutzt man stattdessen normales Briefpapier, so erinnert der Ausdruck im Extremfall mehr an ein Wasserfarbengemälde.

 | | Hier verfolgt man einen ähnlichen Ansatz wie beim Nadeldrucker. Anstatt sich jedoch einer aufwendigen Druckmechanik zu bedienen, verwendet man horizontal angeordnete Thermoelemente. Nun wäre es sicherlich nicht ratsam, diese soweit aufzuheizen, bis sich normales Papier schwarz färbt, drum verwendet man hier ein spezielles Papier, das sogenannte Thermopapier. Bereits bei geringer Wärmeeinwirkung färbt sich dieses an der entsprechenden ... | | | |
Stelle schwarz bzw. violett. Leider sind diese Ausdrucke jedoch nicht sehr haltbar und verblassen mit der Zeit bzw. sind sehr anfällig gegen Beschädigungen: Bereits eine heiße Tasse Kaffee vermag einen Thermo-Ausdruck unrettbar zu ruinieren.
Grafikdruck ist mit diesem Drucker prinzipiell auch möglich, jedoch nicht unbedingt ratsam, da sich das Thermoelement beim Druck glattschwarzer Flächen in aller Regel über Gebühr erhitzt.
Heutzutage kommen Thermodrucker hauptsächlich in Bon-Druckern vor, da es hier vornehmlich auf mechanische Robustheit und vor allen Dingen Kompaktheit ankommt. Keine Rolle indes spielen Thermodrucker mehr im Fax-Bereich, denn hier wurde das Thermopapierfax längst durch auf Tintenstrahl- bzw. Laserdruck basierende Normalpapierfaxe abgelöst.

 | | Warum eigentlich mit festen Typen arbeiten? Diesem Gedanken entsprangen die Nadeldrucker: Anstatt für jedes druckbare Zeichen eine eigene Type zu verwenden und diese mit einem Hammer auf das Papier zu drücken, geht der Nadeldrucker einen umgekehrten Weg: Er kennt nur noch eine Type (den Punkt), dafür besitzt er eine Vielzahl von Hämmern. | | | |
Aus wirtschaftlichen Gründen verwendet man hier meist jedoch nur eine vertikale Zeile anstatt einer festen Matrix - der Druckkopf bewegt sich ja ohnehin horizontal über das Papier.
Durch die wahlfreie Ansteuerung der einzelnen Hammer des Druckkopfes ist es nun möglich, beliebige Zeichen, ja sogar Grafik zu Papier zu bringen. Ein eklatanter Nachteil der Nadeldrucker darf jedoch nicht verschwiegen werden: das nervtötende Druckgeräusch. (Erfahrene Druckerbesitzer erkannte man daran, daß sie aus dem Druckgeräusch den Drucktext bzw. das Grafikmuster heraushören konnten...) | | | |

Diese sind eng verwandt mit den Typenraddruckern. Anstatt die Typen jedoch linear auf einem Radkreis anzuordnen, sind beim Kugelkopfdrucker diese in mehreren Spuren parallel auf einem kugelförmigen Kopf angeordnet. Hierdurch ergibt sich ein schnellerer Zugriff auf eine einzelne Type, denn durch die kompaktere Anordnung ergibt sich eine erheblich verminderter Drehweg bzw. durch die parallele Anordnung der Typen ist in einigen Fällen gar keine Drehbewegung notwendig, lediglich der Kopf muß etwas gesenkt/gehoben werden.
Im Unterschied zum Typenraddrucker, wo die einzelne Type mit einer Art Hammer auf das Papier gebracht wird, hämmert der Kugelkopf selbst - dies bringt eine nicht unerhebliche mechanische Belastung mit sich. Ein Umstand, der diese Art Drucker zu einer relativ hohen Ausfallquote verhalf.

 | | Im Unterschied zur ursprünglichen Schreibmaschine, bei der jede Taste eine eigene Type bewegt, sind hier alle druckbaren Zeichen (Typen) auf einem Rad angeordnet.
Will man ein bestimmtes Zeichen zu Papier bringen, so wird das Typenrad in die richtige Position gebracht und auf das Papier gehämmert. | | | |
Vorteil dieser Technik ist ein exzellentes Druckbild, allerdings ergibt sich als Nachteil der eingeschränkte Zeichensatz. Für die Wiedergabe länderspezifischer Zeichensätze benötigt man passende Typenräder, Grafikdruck ist naheliegenderweise gar nicht möglich (es sei denn, man möchte ASCII-Art als solchen bezeichnen). Auch glänzen Typenraddrucker nicht gerade durch eine große Druckgeschwindigkeit, die sich aus der mechanischen Problemstellung (Typenrad in Position drehen, arretieren, Type auf's Papier hämmern) erklärt.

Nicht näher eingegangen werden soll an dieser Stelle auf Spezialdrucker, sie sollen hier nur kurz Erwähnung finden:
• Thermo-Transfer-Drucker / Thermo-Sublimations-Drucker Hierbei handelt es sich streng genommen um Wachsdruck, denn eine wachsartige Substanz wird erhitzt und - früher von einem speziellen Farbband, heute aus einem Vorratsbehälter ähnlich dem von Tintenstrahldruckern - auf das zu bedruckende Material transferiert. Um Unterschied zu den oben angeführten Druckern können mit dieser Methode beispielsweise auch T-Shirts bedruckt werden.
• Zeilendrucker Diese sind die Formel 1 unter den Druckern, denn statt immer nur eines Zeichens wird eine gesamte Druckzeile (gemeint ist in diesem Falle eine "volle" Druckzeile, nicht nur eine einzelne Pixelzeile) zu Papier gebracht. Wer schon einmal so ein Ding in Aktion gesehen hat, ist zu recht beeindruckt - das Papier fliegt nur so durch. Für zuhause sind diese Drucker jedoch schon allein wegen des enormen Strombedarfs nichts...
• Plotter Der Zeichenkünstler - statt einzelner Punkte aufs Papier zu hämmern, bewegt ein Plotter einen Schreibstift über selbiges. Es handelt sich somit um einen Vektordrucker und ist von daher eher für die Wiedergabe von technischen Zeichnungen geeignet. Textausdruck geht zwar auch, aber da der Plotter jeden Buchstaben im wahrsten Sinne des Wortes schreibt, dauert es auch entsprechend lang.

Hier kochte dereinst jeder Druckerhersteller ein eigenes Süppchen, mittlerweile hat sich das Feld jedoch auf folgende "Dialekte" verdichtet:
• ESC-P (sprich: Escape P) Dieses Format stammt aus den frühen 80ern und wurde von der Firma Epson etabliert. Es kam und kommt vornehmlich bei Nadeldruckern bzw. verwandten Druckerarten zum Einsatz. Der Name leitet sich von der Tatsache ab, daß Steuerkommandos mit der Sequenz eingeleitet wurden.
• HCL5 (Hewlett-Packard Command Language 5) Von Hewlett-Packard stammt diese Druckersprache, die mit dem Siegeszug der LaserJet-Drucker sich anschickte, die Druckerwelt zu erobern. Ähnlich PostScript handelt es sich hier um eine eher abstrakte Beschreibungssprache, d.h. der Drucker muss über entsprechend viel Speicher verfügen, um die so beschriebenen Druckdaten zunächst in ein grafisches Objekt umzurechnen.
• PostScript Diese Sprache stammt von Adobe und ist {\it der} plattformübergreifende Standard für Druckdaten. Hierbei ist PostScript nicht nur auf Drucker beschränkt sondern findet auch in sündhaft teuren Systemen als Bildschirm-Beschreibungssprache Einsatz, das sogenannte Display PostScript.

Veteranen erinnern sich wehmütig an den Traktorantrieb: Hier griffen Zahnräder in speziell hierfür vorgesehene Führungsstreifen. Prima geeignet für Endlosausdrucke (Listings), eine tierische Fusselei beim Briefdruck - der Drucker hatte nämlich überhaupt keine Vorstellung, wo der Anfang einer Seite war. So richtig interessant wurde es dann, wenn man sich um ein Führungsloch vertat und das Papier schief einspannte bzw. nicht darauf achtete, daß das Papier (nicht zu straff) gespannt war: Schnell entwickelte sich der Drucker zum High-Tech Reißwolf.
Heutzutage benutzen alle Drucker eine Abart des bereits von der Schreibmaschine her bekannten Walzenvorschubs - mittlerweile ist diese Technik auch hinreichend perfektioniert worden, so daß Drucker durchaus in der Lage sind, ein Papier auch {\it gerade} einzuziehen und zu bedrucken. Das war nicht immer der Fall und so erkannte man die frühen Einzelblatteinzüge an einem mehr oder weniger ausgeprägten "Diagonaldruck".

Die Zukunft gehört dem Farb-Laserdruck, leider ist diese Methode für den Heimgebrauch noch zu teuer und so wird dieser Bereich derzeit von Tintenstrahldruckern verschiedenster Bauart dominiert, vereinzelt kommen Thermo-Transfer-Drucker zum Einsatz. Im Firmenbereich findet derzeit auch eine Verschmelzung dreier bislang getrennter, im Grunde jedoch sehr verwandter Geräte statt: Drucker, Fax und Kopierer/Scanner.
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